Woher kommen wir? Ein Vormittag zur Erkundung einer uralten Frage

 Wo liegen unsere Wurzeln? Auf den ersten Blick scheint die Antwort auf der Hand zu liegen. Wir kommen von unseren Eltern, also anderen Menschen. Nur – woher kamen diese? Und woher die allerersten Menschen? Diese Frage erkundeten am Samstag, den 30. November 2013, neun Kinder der Kita Die Pfiffigen Kobolde in der brandenburgischen Gemeinde Steinhöfel.

An vier Stationen diskutierten die Kinder mit Franziska Henning die verschiedenen Antwortmöglichkeiten. Dass wir nur das Ergebnis der Evolution sind, erschien dabei nur der Hälfte von ihnen plausibel. Auch die Idee, dass Menschen einst von Außerirdischen auf dem Erdenplaneten ausgesetzt worden sind, überzeugte sie nicht. Schöpfermythen wie auch Aliengeschichten seien, so urteilten sie einstimmig, ein Produkt der menschlichen Fantasie und hätten nichts mit der Realität zu tun. Eine letztgültige Antwort, so resümierten Die pfiffigen Kobolde schließlich, sei wohl noch nicht gefunden. Aber vielleicht werden sie selbst ja bald noch eine Antwort auf diese Frage finden.

Viel mit Büchern

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Einen reichhaltigen Bücherberg stellte Ines Lucht den Teilnehmern des Themenabends am 17. Oktober 2013 vor. Neben Bilderbüchern war auch einiges an Fachliteratur darunter (Foto: Eva Stollreiter / Die kleinen Denker).

Vom Philosophieren mit Kinderbüchern war bei den kleinen Denkern in der vergangenen Woche gleich mehrfach die Rede. Neben einem eintägigen Seminar für die Berliner Lesepaten, das über das Weiterbildungszentrum der FU Berlin angeboten und von Eva Stollreiter geleitet wurde, fand am Donnerstag der Themenabend „Mit Bilderbüchern über Tod und Sterben nachdenken“ mit Ines Lucht statt.

Der Großteil des Erlöses von Ines Luchts Veranstaltung geht unmittelbar in Kinderbücher für den Bücherbus der Fahrbibliothek Berlin-Mitte, mit dem die Bibliothekarin Tag für Tag in Berlin unterwegs ist. Das Seminar von Eva Stollreiter, „Die großen und die kleinen Fragen: Gespräche mit Kindern über Gott und die Welt“, wird im Februar und März des kommenden Jahres erneut angeboten. Mehr Informationen hierzu finden Sie im neuen Programm des Weiterbildungszentrums.

Erstes Netzwerktreffen PmK-Praxis

Kurzmitteilung

Am 27. September 2013 fand im Kolleg für polnische Sprache und Kultur das erste Netzwerktreffen der kleinen Denker statt. Für einige der sechs Teilnehmer bedeutete das ein Wiedersehen, die meisten begegneten sich in diesem Rahmen jedoch das erste Mal.

Gegenstand des Treffens waren Gesprächsanlässe: Ein Comic, ein Ratespiel, ein Gedankenexperiment – der Abend machte Lust auf Praxis, Methodenvielfalt und weiteren Austausch. Das nächste Treffen findet am 8. November 2013 statt. Ansprechpartnerin ist Eva Stollreiter (eva.stollreiter@diekleinendenker.de).

Zu Gast bei Knietzsche

Das zweite Treffen des fortlaufenden Kurses „Philosophieren“ war in diesem Halbjahr besonders aufregend: Knietzsche, der kleine Fernsehphilosoph der ARD, hatte die ganze Gruppe zu sich ins Studio in der Pohlstraße eingeladen. Was die Neun- bis Elfjährigen über das Glück so denken, wollte Aufnahmeleiterin Lena Keune von den Kindern wissen.

Juri war der Mutigste: Er traute sich als Erster ins Einzelinterview, während wir anderen möglichst leise im Nebenraum über die drei Filme diskutierten, die uns das Mitarbeiterteam von VisionX zur Begrüßung gezeigt hatte. Da ging es um das große wie das kleine, aber auch das geteilte Glück. Ganz uneingeschränkt zustimmen konnte die Gruppe den ganzen Unterscheidungen und Erklärungen von Knietzsche natürlich (wie immer) nicht und so entstand eine lebhafte, wenn auch von Lampenfieber geprägte Diskussion.

Katharina, Marie, Johanna, Java, Juri und Vincent – am Ende war jeder im grünen Studio über das Glück, aber auch andere Themen befragt worden. Im November gehen die Beiträge in der ARD-Themenwoche dann auf Sendung. Das wird wohl erneut ziemlich aufregend. Danke für die Einladung, lieber Knietzsche!

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Knietzsches Studiogäste v.l. n.r.: Juri, Marie, Katharina, Johanna, Vincent und Java (Foto: Eva Stollreiter / Die kleinen Denker)

 

Unser Herbstprogramm ist online

Wir freuen uns, Ihnen mit Schuljahresbeginn auch unser Herbstprogramm vorlegen zu können! Neuerungen sind neben einem Kurs zum Thema Freundschaft für Kinder zwischen 8 und 10 Jahren auch die Netzwerkabende für Praktiker im Philosophieren mit Kindern. Unser besonderer Dank gilt daneben erneut der Bibliothek am Luisenbad, die uns für den herbstlichen Themenabend „Mit Bilderbüchern über Tod und Sterben nachdenken“ mit Ines Lucht den herrlichen Puttensaal zur Verfügung gestellt hat. Besonders schön wäre es, wenn an diesem Abend auch einige Eltern den Weg zu uns fänden. Wir freuen uns auf spannende Gespräche!

Outlaw gGmbH feiert Abschluss der ErzieherInnen-Akademie

Am 17. April fand in der Kita Alt-Wittenau der Outlaw gGmbH Berlin die feierliche Abschlussveranstaltung der ErzieherInnen-Akademie „Philosophieren mit Kindern in der Kita” statt. Wir gratulieren allen TeilnehmerInnen der Weiterbildung zum erfolgreichen Abschluss und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit! Einen Bericht zur Veranstaltung und dem dazugehörigen Akademiegedanken finden Sie unter diesem Link auf der Website des Trägers.

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Foto: Outlaw gGmbH

 

„Kauz-Club“ für Grundschulen

SteinkauzFür Grundschulen bieten wir jetzt mit dem Kauz-Club einen jahrgangsübergreifenden Philosophiekurs an, der sich über ein Schuljahr erstreckt und bestimmte Themenkomplexe wie beispielsweise Identität, Glück, Leben und Tod oder Träume beinhaltet. Benannt ist das Angebot nach dem Steinkauz, der in Athen als Begleittier der Weisheitsgöttin Athene galt. Der Kurs umfasst eine Doppelstunde wöchentlich. Weitere Informationen über das Angebot erhalten Sie hier.

Abschluss der Outlaw-Akademie 2012

Foto: Eva Stollreiter / Die kleinen Denker

Fragt man Kinder im Alter von 4 oder 5 Jahren danach, was ein Freund ist, können die Antworten unter anderem so ausfallen: „Rosa ist mein Freund, weil ich etwas so Schönes für sie gebastelt habe“, oder auch „Ein Freund ist, wenn er tut, was ich will.“ Gleichviel, für wie gelungen man diese Erklärungen halten mag: Rückfragen dazu, was ein Begriff bedeutet, regen Kinder dazu an, über die Wörter, die sie benutzen, nachzudenken. Wenn Kinder die Bedeutung ihrer Begriffe dann auch noch ausformulieren, ist die „Begriffsanalyse“ schon in vollem Gange.

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Foto: Eva Stollreiter / Die kleinen Denker

 

Wie man Kinder im Kita-Alter auf spielerische Weise zum Nachdenken und Sprechen über die Welt, wie sie sie sehen, anregen kann, war unter anderem Gegenstand der ErzieherInnen-Akademie 2012 der Outlaw gGmbH Berlin. In ihr widmeten sich 12 ErzieherInnen aus 4, später 5 Kitas des Trägers acht Monate lang dem Philosophieren mit jüngeren Kindern. Zur letzten Sitzung der Fortbildung brachten sie unter anderem obige Zitate zum Thema Freundschaft mit. Der Nachmittag war der Supervision gewidmet, der Rück-, aber auch der Vorschau. Am seinem Ende stand eines fest: An den Outlaw-Kitas wird nach Abschluss der Schulung weiter philosophiert, ob situationsabhängig oder in eigens eingerichteten Wunderstunden, die für alle Kinder einer Kita offen sind.

Zum Abschluss zeigte die Seminarleiterin Eva Stollreiter den Teilnehmern noch das Bilderbuchkino „Die Elefantenwahrheit“ von Martin Baltscheit. Es verweist auf den Umstand, dass das, was wir für wahr halten, immer auch von unserem Standpunkt abhängt. Die Kinder von ihrem Standpunkt abzuholen und mit ihnen über ihre Welt zu reden, sorgt schließlich auch für eins: Dass sie sich wahr- und ernstgenommen fühlen. Und das ist mindestens ebenso wichtig wie der unmittelbare Erkenntniszuwachs.

Auf einer Skala von 1 bis 10

Foto: Eva Stollreiter / Die kleinen Denker

Wie viele Punkte würden wir Bilbo, dem Hobbit, und Gandalf, dem Zauberer, auf einer Skala von 1 bis 10 für ihre Weisheit geben? Und warum? Um diese Frage drehte sich heute die letzte von drei Sitzungen zum Thema Weisheit. Die Jury – bestehend aus Johanna, Juri, Java, Vincent und Marie (v.l. n.r.) - urteilte heute geschlossener, aber auch strenger als in der ersten Sitzung. In dieser konnte Bilbo noch ziemlich viele „Weisheitspunkte“ einheimsen. Unter anderem, weil die Jury zu diesem Zeitpunkt noch nicht so deutlich zwischen Weisheit und Klugheit unterschieden hatte. Auch musste Gandalf noch nicht zum Vergleich herhalten.